Viele Energieversorger testen heute neue digitale Lösungen und KI-Anwendungen, um Prozesse effizienter zu gestalten, Services zu verbessern und dem steigenden Kostendruck zu begegnen. Die Ergebnisse in Pilotprojekten sind häufig vielversprechend. Dennoch gelingt der Schritt in den produktiven Betrieb oft nicht.
Die Ursache liegt häufig nicht in der KI-Lösung selbst. Viel häufiger fehlen die technischen und datengetriebenen integrativen Rahmenbedingungen, um neue Anwendungen nachhaltig in bestehende Geschäftsprozesse einzubinden.
Das eigentliche Problem ist eine fehlende Integration
Viele Energieversorger arbeiten mit über Jahrzehnte gewachsenen IT-Landschaften. Kunden-, Vertrags-, Abrechnungs- und Marktdaten sind auf diverse Systeme verteilt. Schnittstellen fehlen, Datenflüsse sind komplex, Datengovernance häufig nicht vorhanden und die Integration neuer
Use Cases ist oft aufwendig.
Die Folgen sind bekannt:
- Echtzeitzugriffe sind nur begrenzt möglich.
- Änderungen verursachen hohe Entwicklungsaufwände.
- Neue Technologien lassen sich nur langsam integrieren.
Gerade KI-Anwendungen stoßen hier schnell an Grenzen. Sie können zwar Informationen analysieren, Empfehlungen geben oder Inhalte generieren. Ihr voller Nutzen entsteht jedoch erst dann, wenn sie direkt mit den relevanten Daten, Anwendungen und Prozessen verbunden sind. Genau hier zeigt sich, wie entscheidend die zugrunde liegende Architektur ist.
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Warum die Architektur entscheidend ist
Damit KI-Anwendungen ihr Potenzial entfalten können, benötigen sie Zugang zu Daten, Prozessen und Funktionen innerhalb der bestehenden Systemlandschaft. Genau deshalb gewinnen offene, API-zentrierte Architekturen an Bedeutung. Sie ermöglichen einen standardisierten Zugriff auf Daten und Prozesse und schaffen die Voraussetzungen, um neue Anwendungen kontrolliert, sicher und skalierbar in operative Abläufe zu integrieren.
Der wirtschaftliche Nutzen von KI entsteht erst dann, wenn sie nahtlos in operative Abläufe eingebunden wird. Dafür muss eine KI-Anwendung beispielsweise:
- auf aktuelle Unternehmensdaten zugreifen,
- Informationen aus verschiedenen Systemen zusammenführen,
- Prozesse anstoßen oder begleiten,
- Ergebnisse dokumentieren und zurückspielen,
- Compliance- und Governance-Anforderungen erfüllen.
Fehlen diese Voraussetzungen für eine nahtlose Integration, bleibt KI ohne nachhaltigen Geschäftswert. Die entscheidende Frage für Energieversorger lautet daher nicht, ob KI Potenzial bietet. Entscheidend ist vielmehr, ob die eigene IT-Architektur dieses Potenzial kontrolliert, sicher und skalierbar in produktive Geschäftsprozesse überführen kann.
Wer die Potenziale von KI nachhaltig nutzen möchte, sollte nicht nur Use Cases identifizieren, sondern auch die Integrationsfähigkeit der eigenen Systemlandschaft kritisch hinterfragen.
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